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DIE AUTOGAS-TECHNIK

Vom Flüssiggastank, der über eine Außenbetankung gefüllt wird, gelangt das Flüssiggas durch eine am Fahrzeugboden befestigte Kupferleitung im flüssigen Zustand zum Verdampfer im Motorraum. Hier wird das Flüssiggas von der Flüssigphase in den gasförmigen Zustand gebracht. Das sequentielle Gaseinspritzsystem wird durch ein separates Steuergerät verwaltet. Das Gas wird nahe der Benzineinspritzdüsen direkt in den Ansaugkrümmer geleitet. Auf diese Weise wird zur Optimierung der Verbrennung eine besonders genaue Dosierung erzielt.


DER GASTANK

Als Kraftstofftanks für Autogasfahrzeuge werden spezielle Autogastanks – im allgemeinen Stahlbehälter – verwendet, die mit entsprechenden Absperr- und Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet sind. Die Tanks können innerhalb des Fahrzeuges, z. B. in der Reserveradmulde im Kofferraum oder als Unterflurtanks montiert werden. Autogas wird unter verhältnismäßig geringen Drücken von ca. 8 bar in flüssiger Form im Autogastank gespeichert (zum Vergleich: Erdgas ca. 200 bar). Dies ermöglicht schon mit relativ kleinen Autogastanks große Reichweiten. Das Tanken von Autogas ist ebenso einfach wie das Tanken von Benzin oder Diesel. Die Betankungszeiten sind sehr kurz und vergleichbar mit denen bei konventionellen Kraftstoffen.

Zylindertank
Radmuldentank 4-Loch
Radmuldentank 1-Loch


ANTRIEBSART

Autogasfahrzeuge unterscheiden sich optisch nicht von herkömmlichen Fahrzeugen. Erst ein näherer Blick in das Fahrzeug offenbart die technische Innovation. Ein Kraftfahrzeug welches mit zwei unterschiedlichen Kraftstoffarten betrieben werden kann, bezeichnet man als bivalent.

Bivalente Fahrzeuge
können sowohl mit Autogas (LPG) als auch mit Benzin fahren. Ist der Gasvorrat erschöpft, schaltet der Motor während der Fahrt automatisch auf Benzinantrieb um. Der Fahrer merkt davon nichts. Durch die beiden Tanks erhöht sich die Reichweite des Fahrzeugs beträchtlich. So bekommt der Fahrer keine Probleme, falls die nächste Autogastankstelle nicht in Sicht ist.


DAS STEUERGERÄT

Das elektronische Herzstück der Anlage ist das Steuergerät. Folgende Signale werden von vorhandenen Sensoren benötigt: Drehzahl und Lambdasonde. Das Steuergerät greift die Signale direkt an den Benzin-Einspritzdüsen ab und errechnet die jeweilige Gasmenge für die Autogasdüsen. Es werden keine Eingriffe im bereits vorhandenem Steuergerät nötig. Da nacheinander (sequentiell) die Kennfelder für jeden einzelnen Zylinder errechnet werden, sind Ansprechverhalten und Motorleistung identisch mit dem Verhalten unter Benzinbetrieb.


DIE GASEINSPRITZDÜSEN

Die MED-Einspritzdüsen sind extrem resistent gegen Verunreinigungen im Gas. Sie bestehen Laufleistungstests bis 300.000 km. Die Einspritz-Rails sind mit 2, 3 oder 4 Einspritzdüsen ausgestattet, für 3, 4, 5, 6, oder 8 Zylinder. Die Druck- und Temperatur-Kontrolle erfolgt über einen Sensor von Bosch.


DER VERDAMPFER

Der Verdampfer hat die Aufgabe, das Flüssiggas vom flüssigen in den gasförmigen Zustand umzuwandeln, sowie die Einspritzdüsen mit einem konstanten Druck von 1 bar zu versorgen. Der Verdampfer verfügt über zwei Anschlüsse, die mit dem Kühlkreislauf verbunden werden, um eine Vereisung des Verdampfers zu verhindern. Im Verdampfer integriert ist ein Temperatursensor, der die Temperatur des Kühlmittels erfasst.